Hergen Garrelts - Möbeldesign
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24.1.2011

bin gerade von 2 tagen möbelmesse aus köln zurück. 

seit 20 jahren fahre ich jährlich nach köln, um zu schauen, was die messe an neuigkeiten zu bieten hat und welche materialien und farbkombinationen in den kommenden monaten "in" sein sollen. durch diesen direkten draht zur möbelszene bleibt auch unsere "garreltsche" gestaltung immer zeitgenössisch. man fährt dort nicht hin, um zu kopieren, eher geht es mir darum, wie mit einem stethoskop immer ein ohr am geschehen der grossen weiten möbelwelt zu haben. 

eigentlich war es ganz nett, aber die wenigsten aussteller zeigten neues, es gab viel bewährtes, man will wohl auf nummer sicher gehen und die kunden nicht mit neuen ideen verwirren, erstmal die schäden der vorangegangenen krise verarbeiten.

neues gab es nur auf den "passagen" in der kölner innenstadt und auf der messe in der halle der fachhochschule bei den "design-talents"...

 

auch in diesem jahr komme ich eigentlich zufrieden zurück: wir brauchen uns mit unseren möbel- und küchenentwürfen wahrlich nicht zu verstecken. 

es gibt kein ausgesprochenes modeholz, aber immer kombinationen von naturholz mit weisslackflächen oder auch kombiniert mit farben. wie viele unserer kunden wissen, hinterfrage ich kritisch den einsatz von einzelnen materialien für unterschiedliche verwendungsgebiete: ein material soll lange jahre gebrauch und nutzung vertragen, gebrauchsspuren sollen nicht beschädigen, sondern eher eine feine patina bilden.

wir schliessen den einsatz von spanplatten aus, setzen gern massives holz in kombinationen mit weiteren originären materialien wie stein, stahl, glas und linoleum ein. 

hier unterscheiden sich unsere produkte von denen der "grossen" anbieter. 

so bieten fast alle hersteller im küchenbereich in diesem jahr weisse arbeitsplatten kombiniert mit weissen hochglänzenden, manchmal auch matten fronten an. 

meist ein schöner anblick, ein klarer entwurf. 

die ausgestellten küchen sehen auf den ersten blick alle sehr rein aus, fertig für das hochglanzfoto, doch soll man darin auch kochen? 

dürfen kinder darin spielen? 

die küche bildet gemeinsam mit einem essplatz den lebensmittelpunkt einer familie. 

die arbeitsfläche einer küche und die anordnung ihrer bestandteile soll zum gemeinsamen kochen mit freunden und kindern einladen, was nützt mir eine arbeitsplatte, die ich nicht benutzen mag.

nach dem kochen soll alles wieder sauber und schön aussehen, aber ich möchte beim kochen nicht das gefühl haben das schöne bild meiner küche zu stören.

hier ist arbeitsplatz und werkstatt, und dieses müssen alle flächen auch vertragen können.

dies gilt natürlich auch für alle anderen möbelflächen. wir verwenden materialien, die eine feine, eigene patina bekommen dürfen, eher noch an ausstrahlung gewinnen.

mein fazit: ein wenig gesunder menschenverstand bei planung und entwurf; nicht nur fürs auge planen, sondern auch an den späteren gebrauch denken.

möbel und küche sollen auch in 10 jahren noch funktionieren, auch optisch.